Archive for Mai, 2007

“Vorher”

Donnerstag, Mai 31st, 2007

Vorher” Tag 1

Ich hatte mal wieder eine meiner normalen FA- Vorsorgeuntersuchungen, die ich jedes gefühlte Jahr einmal mit mir machen lasse. Die linke Brust ist wie immer unübersichtlich und hat einige Zysten, die aber schon immer da waren. Diesmal schickt mich der Doc aber mal wieder zur Mammografie, eben wegen dieser Unübersichtlichkeit.

Mo, 21.05. 07, irgendwann in aller Frühe (also vor halb Zwölf)
der Mammografie- Termin. Alles ist normal. Von meiner linken Brust werden noch einmal Vergrößerungen gemacht. Immer noch normal. Schon klar. Diese Zysten und die insgesamt feste Brust machen das Gewusel innerhalb nicht eben übersichtlich. Kenne ich. Sehr knotiges Gelände [/Anlehnung an Oma Wetterwachs] *g* Bei der Besprechung macht sich der Arzt schon so seine Gedanken und fragt noch einmal nach, ob denn schon ein Ultraschallbild gemacht wurde. Obwohl ich bejahe, entschließt er sich noch eines zu machen. OK, wenn er möchte. Ich erwarte nichts weiter als Zysten. Die fühlen sich zwar an wie Löcher, tun mir aber nix. Also bleibe ich weiter sehr entspannt. Auf dem Ultraschall ist ein relativ dunkler Fleck. Ob ich den sehe? Ja, ist meine Antwort. Dunkle Flecken sind Zysten und Zysten sind OK. Ich freue mich, zum Thema beitragen zu können. “Nein, das ist keine Zyste”
Oh-oh. Wir sitzen wieder im Sprechzimmer, so langsam habe ich den Ernst der Situation erfasst und der Doc erklärt mir, dass er bzw. sein Kollege mich möglichst noch heute Nachmittag stanzen sollte. Eine Biopsie durchführen.
Die Dramatik der folgenden Stunden lasse ich hier mal weg und erwähne nur, dass ich tatsächlich 4 oder 5 Mal gestanzt wurde, damit das Gewebe eingeschickt werden kann. Es kann ja immer noch gut sein, dass der Knoten gutartig ist.

“Vorher” Tag 3

Am Mittwoch Morgen kam ich zur Arbeit und bekam von der Kollegin gesagt, dass mein Doc schon versucht hätte mich zu erreichen. Ich hatte ihm beide Telefonnummern gegeben, von zu Hause und von der Arbeit und bin extra einen Bus später zur Arbeit gefahren. Sehr aufregende Zeit später erhalte ich dann den ersehnten Anruf und irgendwie bin ich mir aufgrund der Vorkommnisse in o.a. aufregender Zeit sehr sicher, dass die Nachrichten keine guten sind. Sind es auch nicht, auch wenn der Doc sehr einfühlsam ist. Er gibt mir noch die Telefonnummer meines Frauenarztes und sagt dort gleich Bescheid, was mit mir los ist. Als ich dort anrufe, kann ich gleich kommen und muss auch nicht lange warten. Auch mein FA ist sehr lieb zu mir und erklärt mir, dass die Behandlung nicht übers Knie gebrochen werden muss. Ich erkläre ihm, dass ich alles doch gern sofort hinter mir hätte, und so vermittelt er mir einen Termin für den nächsten Tag in dem Krankenhaus, in dem schon meine Mama gestorben und wovon ich glaube, dass ich dort gut aufgehoben sein werde.

Der Tag ist nicht lang, aber besonders scheiße.

“Vorher” Tag 4

Donnerstag, 24. 05.
Wir haben nachmittags einen Termin im Krankenhaus. Auch dieser Arzt ist sehr nett, erklärt uns noch einmal alles, was wir gefragt haben und auch, was wir nicht gefragt haben, so dass wir das Gefühl haben, gut informiert zu sein und dass ich in diesem Krankenhaus gut aufgehoben zu sein.

Ich habe die Auswahl zwischen einer Einweisung Dienstag nach Pfingsten und Mittwoch nach Pfingsten. Dienstag natürlich!

Ja, Pfingsten war Scheiße! Aber ich habe an Tag 4, 5 und 6 mit dem Kauf von Wolle, Nadeln, Kauf eines mp3- Players und den damit verbundenen Arbeiten wenigstens die Tage mit Beschäftigung, die nicht grübeln oder ärgern ist, verbringen können.

Vorher” Tag 8 bis 15

Dienstag nach Pfingsten, 29.05. bis Dienstag, 05.06.

Mitten in der Nacht um spätestens 9.30 Uhr mussten wir uns am Empfang im Krankenhaus melden. Danach ging es gleich auf die Station, die wir ja schon gesehen hatten. Die ganzen Untersuchungen vor der OP gingen fix nacheinander weg, so dass wir kaum zum Essen kamen. Ja, doch, ein schönes Krankenhaus. Die OP wurde für Mittwoch um 8.15 Uhr angesetzt, später aber ein wenig nach hinten verschoben. Diese genaue Zeitansage freute uns ungemein, hatten wir doch anderswo schon ganz andere Erfahrungen gemacht.

Mittwoch war wie vorhergesagt die OP und anschließend mit mir nicht wirklich etwas anzufangen, außer um mich regelmäßig zu wecken und mir den Blutdruck zu messen.
Mein Erzwolf war übrigens die ganze Zeit, nicht nur nach der OP sehr für mich da und ich will unbedingt noch einmal betonen, wie sehr ich mich freue, dass er bei mir ist.

Donnerstag ging es mir im Prinzip schon wieder prima, ich hatte 2 Schläuche im Körper, die mich behinderten, aber keine richtigen Schmerzen, konnte bei der Krankengymnastik schon prima mithalten und war auch sonst gut zuwege. Die Klinik hat einen schönen Garten, in den man gehen kann, wenn man gehen kann, und das habe ich ausgenutzt. Heute gab es keine weiteren Untersuchungen.

Freitag war es sehr hektisch, morgens wurden meine Knochen radioaktiv geröntgt. Man gut, so konnte ich auf dem Weg zurück auf die Station meinen Besuch aufsammeln, der sich fast verlaufen hätte *g* Nachmittags dann noch einmal zum normalen Röntgen, weil sich an meinem Knie eine radioaktive Ansammlung gezeigt hatte, die da so nicht hingehört. Zwischendrin irgendwann wurde auch die Lunge durchleuchtet. Wie gesagt, sehr stressig alles, aber schön, weil an diesem Tag nach und nach meine ganze Familie da war. Sorry, wenn ich euch mal allein lassen musste.

Samstag und Sonntag war nicht viel, außer je einmal Schläuche abnehmen, Pflaster wechseln und so. Und fast immer war mein Erzwolf bei mir :) Wir konnten sogar auf dem Bett kuscheln :))

Montag sollte mein letzter Tag werden, morgens bis zum Mittag war ich noch bei m Ultraschall vom Herzen, beim Sozialdienst und der Genealoge hat mich mitgenommen. Meine Gene sind wahrscheinlich schuld, aber das kriegen wir noch raus. Leider hat die Leber- Ultraschalluntersuchung nicht mehr geklappt, mir hat auch niemand Bescheid gesagt, dass es nicht mehr klappen würde, und so saß ich mehr oder weniger auf gepackten Koffern mit einem Haufen Ungewissheit und der Erzwolf und ich saßen auf dem Zimmer fest und trauten uns nicht raus aus Angst, wir könnten etwas Wichtiges wie meine Entlassung verpassen. Und das mir, die sonst mehr außerhalb als innerhalb des Zimmers war! Ein Horror! Und eine Riesenenttäuschung, als ich noch eine Nacht bleiben “durfte”

Dienstag Morgen dann endlich das fehlende Leberultraschall und ich durfte nach Hause!