Archive for Juni, 2007

Erfolgsmeldung

Samstag, Juni 30th, 2007

wir waren heute nicht in meinem Lieblingskrankenhaus *freu*- und ich habe keine Entzugserscheinungen!

Und ich habe noch etwas gelernt, weil ich heute ja so viel Zeit hatte im Inet rumzustöbern. Ich habe ja noch eine thrombosierte Ader, von der mein Doc sagt, das geht von ganz allein wieder weg. Inzwischen weiß ich, dass das Thrombophlebitis heißt und das am besten Bewegung hilft. Dieser Doc hat mich doch letztens nach dem Stand meiner Strickerei befragt und warum ich denn nicht weitermache. Seit ich zu Hause bin, war ich gar nicht fleißig *zugeb*
Ich betrachte diesen Zusammenhang jetzt mal als Aufforderung, doch wieder mein therapeutisches Stricken aufzunehmen *grinsel*
Vielleicht sollte ich auch wieder so ein ganz klein mit dem Band rumturnen, das hatte ich nach dem Schock mit der geplatzten Naht auch wieder aufgegeben. Wie mans macht, macht mans verkehrt *seufz*

Doc Morris sagt

Samstag, Juni 30th, 2007

Doc Morris ist eine Versandapotheke mit Sitz in Holland afaik, deren Internetseite sich prima eignet, um mal zu schauen, was denn irgendwelche Arzneimittel so kosten würden, wenn man sie denn selbst bezahlen müsste. Ansonsten kann ich die Firma weder empfehlen noch davon abraten, deshalb gibt es hier auch keinen Direktlink dahin. Ich will ja keine Werbung hier machen, sondern nur meine Quelle nennen.

Zumindest habe ich da die Tage mal recherchiert, was das Zeug denn so kostet, was Richi im Rahmen der Chemo denn so verabreicht werden soll. Und da muss ne junge Frau mit guten Venen verdammt lange für stricken ;-) Auslöser für die Suche war der Donnerstag, wo die Infusionslösung ja nicht gebraucht wurde und wegen der geringen Haltbarkeit (deshalb mischen die das Zeug auch immer erst nach bestendenem Bluttest an) wohl im Ausguss (oder einer anderen Entsorgungsmöglichkeit) gelandet ist. Richi sollte Donnerstag also 230mg Epirubicin bekommen. 200mg von dem Zeug kosten bei Doc Morris 782,69 €. Was die zusätzlichen 30mg noch gekostet haben mag sich jeder selbst ausrechnen. Inwiefern auch das andere Zeug, das Richi noch bekommen sollte entsorgt werden musste weiss ich nicht. Aber das liegt je nach Packungsgröße auch zwischen 100 und 500 €. Die Tabletten, die sie vorher geschluckt hat fallen da mit rund 20 € kaum noch ins Gewicht.

Wer mag kann ja jetzt gerne mal ausrechnen, was die komplette Behandlung mit 2 OPs, 13 Tagen Krankenhausaufenthalt, 9 Chemos, gut 30 Bestrahlungen, Anschlussheilbehandlung, Hormontherapie, Krankengeld und Arztkosten die Krankenkasse so kostet. Ich werde nie mehr über zu hohe Krankenkassenbeiträge meckern.

Wiki sagt…

Freitag, Juni 29th, 2007

also Wikipedia sagt:

Wundheilungsstörung [Bearbeiten]

Nicht nur septische (infektiöse) Wundheilungsstörungen sind problematisch. Auch Wunden bei Hämophilie (Bluterkrankheit) neigen zu gefährlichen Blutungen und erschwerter Wundheilung infolge Gerinnungsstörung durch fehlende oder insuffiziente Gerinnungsfaktoren im Blut.

Man kann Störungen der Wundheilung nach Zeit und Ursache wie folgt einteilen:

Wundheilungs-
störung
akute chronische
aseptische Wundhämatom
Serom
Wundrandnekrose
Wunddehiszenz
Platzbauch
hypertrophe Narbe
Keloid
atrophes Ulkus
septische pyogene W.
putride W.
anaerobe W.
toxische W.
viral toxische W.
Fistel
infiziertes Ulkus

akute Wundheilungsstörungen [Bearbeiten]

aseptische Wundheilungsstörungen [Bearbeiten]

  1. Wundhämatom und -serom
    Ein Wundhämatom ist eine Ansammlung von Blut und Blutkoageln im Wundspalt, der hierdurch schmerzhaft auseinandergetrieben wird. Der Schmerz ist proportional zur Drucksteigerung im Gewebe. Kleine Mengen Blut werden vom Körper unter Bildung von farbigen Abbauprodukten des Hämoglobins, die in die Wundumgebung diffundieren und blaurot, dann violett, noch später grün sichtbar sind, beseitigt. Größere Koagel hingegen verflüssigen und sedimentieren. Der fast farblose Überstand wird als Serom bezeichnet.
    Verflüssigte Hämatome und Serome kann man bei Schmerz und exzessiver Größe mit einer Kanüle keimfrei punktieren. Die Gefahr einer Infektion ist mit Schmerzverlust und kosmetischer Verbesserung abzuwägen. Auch werden große Hämatome zuletzt narbig “organisiert”, was zur Funktionsminderung führen kann.

Jetzt weiß ich auch, was die Krankenhaus alles wissen, wenn sie sagen, ich würde Serom bilden. Wenn ich hätte wählen können, hätte ich die lieber die kleinen bunten Flecken genommen. Aber mich fragt ja wieder keiner!

neues Hobby

Freitag, Juni 29th, 2007

.. aber passiv
Irgendwie kann ich wohl nicht mehr ohne die Leute im Klinikum. Drum waren wir heute schon wieder hin, damit ich mich noch einmal punktieren lassen kann. Weils doch so schön ist ;)
Nach gestern 20 ml aus der Axilla gab es heute aber nur 12 ml. Gut, für die 20 habe ich aber auch 2 Tage gebraucht. Dafür ist die Brust aber brav. Und ich habe beschlossen, dass das jetzt genug ist und das neue Hobby doch nicht so toll ist. Ich kann ja mal nach einem Gruppenfoto der Station fragen, nicht dass ich noch Entzugserscheinungen bekomme ;)

Und weil wir grad mal wieder da waren, habe ich mal nachgefragt, wie lange sich so eine geplatzte Naht erholen muss, bis sie wieder reif für eine Chemo ist und bekam gute Nachrichten: so ca. eine Woche und die genähte Naht würde schon wieder gut aussehen. Das wäre ja prima, dann können wir die Donnerstags- Termin aufrechterhalten, das passt uns ganz gut :)
(Bestimmt hat sich die Fahrt allein wegen dieser Aussage doch schon gelohnt!)

wieder etwas ruhiger

Freitag, Juni 29th, 2007

Mann, da habe ich aber ganz schön Panik geschoben heut in der Klinik! Gut, dass es wirklich grad zur rechten Zeit passiert ist. Es hätte nicht 10 Minuten später kommen dürfen, da hätte ich schon an der Nadel gelegen (und wer weiß, was für Folgen das dann gehabt hätte) und es hätte keine halbe Stunde bis Stunde früher sein dürfen, denn da war ich noch zu Hause. Und da wäre a) die Panik wesentlich größer gewesen und b) wäre ich nicht so leicht und schnell zu beruhigen gewesen. Die Angst an sich hat sich ja so schon den ganzen Tag gehalten und ich habe bei jeder Armbewegung Schiss gehabt, dass sich nun wieder Wasser bildet und die Naht nochmal löst. Sicher zu Unrecht, ich weiß. Trotzdem habe ich heute etliche Male sorgenvoll nachgesehen, wie viel Wasser sich wohl schon wieder gesammelt hat und mehr als einmal gemutmaßt, wann wohl wieder punktiert werden muss.

Ich fand es wirklich sehr schade, dass es heute nicht losging, wäre es doch ein Beginn, ein neuer Anfang gewesen. Und wo ein Anfang ist, ist auch ein Ende abzusehen. Es hätte das Ende von zumindest ein wenig Warterei bedeutet. *seufz* Gar nicht zu reden von dem guten Zeugs, was da jetzt grad schlecht geworden ist. Mein Erzwolf hat aus diesem Anlass mal die Preise recherchiert. Auweirha! Da muss eine alte Frau verdammich lange für stricken! Und ich hätte es gern genommen… Schade für alle Beteiligten also :´(

Mit meinem Wasserfall bin ich übrigens wieder an die ohne-Antwort-Ärztin geraten. Sie hat zum Einen einige Zeit gebraucht, bis sie die Situation erfasst hat (OK, wenn ich ehrlich bin, ist die Schadensbeschreibung “gucken Sie mal” mit einer Deutung auf eine klitschnasse Brust auch nicht so wahnsinnig präzise. Ich bin dem Wolf für seine Präzisierung doch dankbar, ich wäre mit dem, was ich als “ja, und?” aufgefasst habe in dieser Situation auch nicht wirklich klargekommen.)
Zum Anderen war sie völlig überfordert und mindestens so panisch wie ich. Gute Vorausetzungen also. Sie gab mir mit fahrigen Bewegungen und hektisch suchend zwei Kompressen, mit denen ich den Saft auch fast ganz aufsaugen konnte. Zwischenzeitlich sprudelte es nur so aus mir heraus *komischgrins*
Dankenswerterweise rief sie gleich bei “meinem” Doc um Hilfe und meldete mich da an. Also hat der Wolf mir meinen BH wieder angezogen, weil ich das selber nicht gekonnt hätte ohne ihren Schreibtisch einzusauen. Den Rest habe ich dann gemacht und wir sind einmal durch die ganze Klinik in meine alte Station und dann noch weiter zum Büro meines Doc. Der hat uns dann wieder halb zurück mit in ein Behandlungszimmer genommen. Mir kam das eeewig vor! In der Zwischenzeit hat er mich über den genauen Zeitpunkt ausgefragt und mich schon mal ein wenig beruhigt. Als ich auf der Liege lag und er mir sofort kurz, kapp und präzise erklärte, dass das nicht so schlimm ist und was das ist und durchaus mal vorkommen kann und was er nun tut, hatte ich mich schon fast wieder eingekriegt.
Licht und Schatten so dicht beieinander… *sinnier*

Das geht ja gut los :-(

Donnerstag, Juni 28th, 2007

Die erste Chemo ist ausgefallen. Wir waren gerade in der Klinik, Richi hatte schon die Mittel gegen Übelkeit geschluckt, wollten uns gerade die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung unterschreiben lassen, als Richi ihre Jacke auszog und mehrere Flecken auf der Jacke bemerkte. Und die kamen von innen. Wir haben uns sofort die erste greifbare Ärztin geschnappt, die erstmal ein paar Kompressen draufgelegt und uns dann quer durchs KH zum altbekannten Dr. Thoma geschickt. Jo, es hatte sich auch in der Brust Wundwasser gesammelt, welches dann durch ein Loch in der Naht ausgetreten ist. Unterm Arm war auch wieder Wundwasser. Also Brust und Arm punktiert, unter örtlicher Betäubung die Naht nochmal genäht und am Montag wiederkommen zur Kontrolle. Evtl. nochmal am Wochenende, um nochmal zu punktieren. Richi neigt da wohl zu einer verstärkten Bildung von dem Zeug, was bei jungen schlanken Frauen wohl öfter vorkommt. Ist aber nichts schlimmes oder besorgniserregendes. Nur ist die Chemo nun erstmal auf Eis gelegt, bis das Wundwasserproblem im Griff ist.

 Glück im Unglück war, dass wir gerade im Klinikum waren, als das Zeug rausspritzte und auch die Chemo noch nicht begonnen hatte. 15 Minuten später wäre es losgegangen. Das Medikament war auch schon da und kann nun in den Ausguss. Ich reiche bei Gelegenheit mal nach, wieviel Geld die da weggekippt haben, aber wenig war es bestimmt nicht.

einkaufen an T-1

Mittwoch, Juni 27th, 2007

Heute morgen musste ich früh aufstehen, Überweisungen holen, da bin ich dann gleich weiter in die city, ein bisschen Käppchen und Tücher kaufen.
Nicht, dass ich mit den Tüchern schon umgehen könnte, aber haben will ich schon mal. Die sind echt nett und auch für später wiederverwendbar. Mit dem Käppi bin ich mir mit “für später” nicht so ganz sicher, es ist so kompliziert die ganzen Haare drunterzuschieben.

Mein FA hat mir dann noch erklärt, dass es wirklich gut möglich ist, dass die Haare hinterher stärker wiederkommen. Alle. Ganz toll, das trifft bestimmt ganz doll auf meine gesammelte Gesichts- und die restliche Körperbehaarung zu *grummel* OK, kann, muss aber nicht. Und wenn, dann profitiert mein Haupthaar ja auch.

Morgen gehts los. Ich weiß noch nicht so ganz genau, ob ich schon aufgeregt bin oder nicht. Ich weiß, dass ich die meiste Zeit morgen mit warten verbringen werde. Aber das kenne ich ja schon. Vielleicht kann ich in der Wartezeit wieder punktiert werden; es hat sich wieder Wasser gesammelt, obwohl ich wirklich nix getan hab! Ich war wirklich vorsichtig..
Die eigentliche Behandlung soll ja nur 10 bis 15 Minuten dauern, aber ich stelle mich lieber auf etwas länger ein, es muss ja auch alles erstmal er- ab- und sonstwie geklärt werden. Zumindest einer der Beteiligten macht das ja zum ersten Mal. Der meiste Papierkram sollte ja schon erledigt sein. Hoffe ich.

Mahna Mahna

Mittwoch, Juni 27th, 2007

Ein wirklich alter Schlager: Mahna Mahna

Wenn alles so einfach wäre

Mittwoch, Juni 27th, 2007

Da muss ich ja echt mal ein fettes Kompliment an die Gmünder Ersatzkasse loswerden.

Im Gespräch mit dem Studienbetreuer haben wir heute auch nochmal den Taxischein angesprochen, weswegen er uns an die Anmeldung verwiesen hat. Die erzählten uns, dass die den Schein erst am Behandlungstag ausstellen, wir mit dem Taxiunternhemen was aushandeln müssten, dass die uns auch wieder abholen und die Bezahlung erst auf der Rückfahrt in Form des Taxischeins bekommen und ausserdem bräuchten wir dazu noch die Zusage der Krankenkasse und hast du nicht gesehen. Anders ausgedrückt, das wird kompliziert.

Ich habe dann gegen 16.15 Uhr mal bei der Krankenkasse angerufen, wie das denn aussieht mit der Übernhame der Fahrtkosten. Tja, die haben da einen Dienstleister namens Humanis, der ein Taxiunternhemen beauftragt und die melden sich bei uns. Nebenbei bekommen wir die Unterlagen für das Krankengeld morgen in den Briefkasten und für die Perücke sollen wir doch eben das Rezept reinreichen für die Kostenübernahme und die machen uns dann auch noch den Kontakt mit einem Perückenstudio. Um 17.00 Uhr klingelte das Telefon und Humanis war am Apparat und teilte uns mit, wer uns fahren wird, und wir könnten die Telefonnummern ja schonmal aufschreiben und um 18.00 rief die Taxifirma an und teilte uns mit, dass wir am Donnerstag um 10.00 Uhr abgeholt werden. Wenn das kein Service ist. So kanns weitergehen.

Hart

Dienstag, Juni 26th, 2007

Ein wenig härter wird die Chemo ja doch, dementsprechend gilt dies heute auch für unseren alten Schlager. Aber wenigstens fühlen wir uns jetzt gut informiert und können dem ganzen zwar mit Respekt, aber sehenden Auges entgegen sehen und brauchen uns nicht vor der Dunkelheit zu fürchten. In diesem Sinne: Fear of the Dark