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Reha- Bericht

Sonntag, Juli 5th, 2009

Die Klinik ist nicht so wahnsinnig groß, soll so um die 200 Betten haben, wobei ein paar Zimmer als Doppelzimmer für Begleitpersonen eingerichtet sind. In den Zimmern gab es einen kostenlosen Fernseher und einen kleinen Kühlschrank, meistens auch einen Balkon, an dem eine Wäscheleine angebracht war. Unten nach dem Eingang kam man gleich in eine Cafeteria und Aufenthaltshalle mit Terasse. Die Cafeteria war bis 19 Uhr besetzt, es sei denn es waren Veranstaltungen, dann gab es schon mal Verlängerungen bis spätestens kurz vor Neun. Die Veranstaltungen waren Vorführungen verschiedener Gruppierungen aus dem Umkreis. Mal waren es Tinka und Anneliese, die auf Zither und Geige Volkslieder darboten, mal war es der Shantychor Kreiensen, der neben maritimen Liedern allerlei Volkslieder vortrug, bis hin zu Georg, Walter und Benno, die zwischen den Volksliedern sowas wie Witze mit verkleiden machten. Lichtblick war eine Tapdance- Gruppe. Nach den Veranstaltungen ebenso wie zu den Essenszeiten erklang aus dem Lautsprecher leise Hintergrundmusik wie aus NDR 1. Das Publikum passte altersmäßig zum guten Teil dazu, es gab aber auch viele jüngere. Mir schien, als ob bei der Zusammensetzung der Tische darauf geachtet würde, dass man altersmäßig in etwa zusamenpasst.

Das Essen fand ich insgesamt eher lecker mit zwei Ausreißern, die gar nicht meinem Geschmack entsprachen. Einmal in der Woche wurde ein Plan verteilt, auf dem man von Mo-Fr unter vier Gerichten wählen konnte: normal, Schonkost, vegetarisch und das vierte Gericht. Am Wochenende war die Auswahl kleiner, Samstags waren zwei von drei Gerichten Eintopf (einmal mit Fleisch und einmal ohne). Das Salatbüffet wurde immer mal wieder aufgefüllt und fast immer gab es Frischzeugs. Abends gab es verschiedene Industriebrotsorten, Knäckebrot und Zwieback, manchmal Brötchen. Regelmäßig gab es noch irgendwelche warmen Leckerchen wie heiße Kartoffeln mit Quarksoße oder Suppe oder Frikadellen oder…. An der Wurst- Käse- und Salattheke in der Mitte war es als Fleischesser ratsam, zum richtigen Zeitpunkt dazusein; das Hack oder andere nette nicht alltägliche Aufschnitte hielten nie länger als 5 Minuten, und wenn einmal um 17.30 und einmal um 18.00 aufgetragen wird, sind das auch bloß 10 Minuten. Wenn man ernährungstechnisch eingeschränkt ist, lohnt sich unbedingt ein möglichst schneller Besuch bei der Ernährungsberatung, dann gibt es auch frisch gebackenes Brot an den Tisch oder besonderen Aufschnitt. Ich hatte Aufbaukost und mehr Trinken, das hieß in meinem Fall ein Vitamalz und ein Saft sowie (trocken) Kekse, einen Sahnejoghurt, einen Pudding und Maltodextrin. Ach so, trinken: Mittags gab es immer 2 Sorten Wasser am Tisch, abends Tee in vielerlei Variationen sowie koffeeinfreien Pulverkaffee. Draußen vor dem Speisesaal war rund um die Uhr eine Abfüllanlage zu erreichen für Wasser mit und ohne Kohlensäure. Nach dem Mittagessen standen aber auch immer nicht ganz geleerte Wasserflaschen zum mitnehmen, leermachen und wiederauffüllen bereit. Mittags wird in zwei gruppen gegessen.

Ein wenig gewöhnungsbedürftig für Plattländler ist der Fahrstuhl, der sein Erdgeschoss in der 2 hatte, falls man vorne rauswollte. Hinten raus war 1 aber richtig. Ja, es war hügelig, aber es gab Serpentinen, die man runterlaufen konnte. Knapp unterhalb der Klinik ging es schon um zwei kleinen Seen Richtung Kurpark und Richtung “Stadt”, die man in 15 - 20 Minuten zu Fuß erreichen konnte oder um 15.00 mit dem kostenlosen Taxi direkt von der Kliniktür aus. Die Stadt ist relativ winzig und bietet für Menschen unterhalb des Rentenalters.. ja, Ramba Zamba, der Ramschladen aus dem Fernsehen ist voll der Höhepunkt des Ortes. Dafür gibt es einen Plus und einen großen Edeka in 15 Minuten fußläufiger Entfernung. Nichtsdestotrotz ist die Stadt recht niedlich mit allerhand Fachwerkhäusern. Wer in den Dom will, sollte sich warm anziehen: es ist kalt da drin! Das kommt nicht von mir, sondern von mehr als einer Nicht- frostkötelin! Wer im August kommt hat Glück und bekommt etwas von den Domfestspielen mit, die wahrscheinlich recht nett sind. Ich habe leider nur den Aufbau gesehen. An der Rezeption lagen aber für Sonntags immer Busfahrten in die Umgebung zum eintragen aus, hier konnte man sich auch für das Taxi in die Stadt oder für die Kegelbahn eintragen. Auch Spiele gab es hier zu leihen.

Die Anwendungen sowie die restliche Betreuung waren sehr gut. Die Klinik bietet eine spezialisiertes psychoonkologische Reha, an der ich teilgenommen habe und die mir sehr gut getan hat. Es es im Prinzip ein rudimentärer Grundkurs Psychologie, in dem man lernt, wie und worauf sich Gefühle wie z.B. Angst aufbauen und wo man Hebel hat, damit umzugehen. Ein guter Teil in diesem Programm sind Entspannungsübungen wie Meditation oder progressive Muskelentspannung. Meditation ist immer noch nichts für mich, aber ich war noch nie so entspannt wie in dieser Reha! Man hat in diesem Programm auch einen Bezugspsychologen, für den man jederzeit einen Termin vereinbaren kann.
Einmal in der Woche hat man Visite und die erste Frage ist: sind die Anwendungen OK so oder muss etwas verändert werden? Falls irgend etwas einen überfordert, unterfordert oder einfach nicht das Richtige ist, Bescheid sagen und es wird sich gekümmert. Kümmern tun sich irgendwie alle ganz rührend, von der Rezeption bis zum Arzt. Das einzig möglich negative ist die Terminplanung: die Anwendungen dauern jeweils eine halbe Stunde und wenn man zwei nacheinander hat, muss man möglicherweise an zwei Orten zugleich sein.

*piep*

Samstag, Juni 27th, 2009

Regenbogen

Schön, nicht? Ich bin nun gut erholt wieder hier und fleißig gewesen, aber das berichte ich später :)

Fertig- und Abmeldung

Sonntag, Mai 24th, 2009

Inzwischen ist das Gimmick dran und es gefällt mir auch ganz gut. Es ist ein Kragen, den ich angestrickt habe aus rein praktischen Gründen: wenn es kühl wird und ich ein Tuch zum warmhalten und einkuscheln brauche, dann zieht es gewöhlich am Hals.
An die Enden des Tuchs habe ich jeweils einen Holzknopf genäht, die sich prima in die Lochreihe an der Seite einknöpfen laasen, so dass ich keinen Knoten im Rücken, sondern je einen Knopf an der Seite habe. Das finde ich wesentlich komfortabler, wenn ich mich in Stühle oder Sessel lehne ;)

Tuch an Hexe

und von der anderen Seite

Und nun verabschiede ich mich, am Mittwoch geht es für 3 Wochen nach Bad Gandersheim in die Reha!

Die AHB ist genehmigt!

Montag, April 7th, 2008

Das stand zumindest in dem Brief der DRV Bund, den ich heute erhalten habe. Naja, erst war ich nur für 3 Wochen da *g* Wahrscheinlich werde ich zu Weihnachten einen Brief bekommen, in dem mir die Verlängerungswoche genehmigt wird.

Und nachdem das jetzt offiziell ist, kann ich ja mal ein bisschen was erzählen von der Kur

Die Fahrt dahin war ganz nett und dank des vorgeschickten Gepäcks relativ leicht. Es war gut, so kurz vor Mittag dort anzukommen, weil offiziell die Zimmer ab 12.00 Uhr bezogen werden können. Wenn man ankommt, meldet man sich an der Rezeption, die einem dann den Zimmerschlüssel in die Hand drücken und einem sagen, dass man sich auf seiner Etage eben bei den Schwestern melden soll, bevor man in sein Zimmer zieht. Ja, und wenn man dann so vor den Schwestern im 3. Stockwerk steht, sieht man als erstes dieses:begruessungsbild

Das ist der Blick von dem großen Raum, der einerseits als Aufenthaltsraum dient (ich habe dort gern in den netten Korbsesseln gesessen und gestrickt und See geguckt). Und das ist das erste, was man sieht, wenn man aus dem Treppenhaus kommt. Schon nett, nicht? Da fängt gleich so ein bisschen Erholung an, finde ich. Nachdem mir die netten Schwestern dort noch einiges erzählt haben, bin ich jedenfalls in mein Zimmer gegangen. Das hatte zwar keinen solch fantastischen Ausblick, sondern ging zum Parkplatz raus, also genau nach gegenüber, aber ich war im Nachhinein echt nicht böse drum. Weil auch wenn die Ostsee Ostsee heißt, gehen die Zimmer mit Blick dorthin nach Norden raus, und die gegenüberliegenden logischerweise nach Süden. Und was mögen kleine ausgehungerte Richis gerne? Richtig: Sonne :) Mittags fing das an und ich konnte die Sonne, wenn ich wollte und wenn sie schien bis zum späten Nachmittag genießen. Ich gebe zu, dass ich mich ab und an, wenn die Sonne in mein Zimmer prallte, leichtbekleidet vor mein Fenster gesetzt und sie genossen habe :) Und ich war nicht die Einzige :)
Am ersten Tag passierte dann noch nicht viel, außer das man schon mal die Gegend erkundet und sich erste heiße Tipps von Mitpatienten geholt hat: dass man sich eine Wasserflasche zum kostenlosen Abfüllen aus der Hausanlage in der Kantine für 2,50€ kaufen muss, hat man ziemlich schnell spitz bekommen.
Am nächsten Tag stand, wenn man wollte, ein Dorfrundgang auf dem Plan. Ich wollte und es war sehr interessant. Aber das war wie gesagt erst am nächsten Tag :p

Bestandsaufnahme

Mittwoch, April 2nd, 2008

so, die ersten wichtigen Telefonate mit Arzt, Krankenkasse, Rentenversicherung und Chef sind erledigt. Bäh, komme ich mir alt vor! Theoretisch könnte ich jetzt die Koffer auspacken- wenn die denn schon hier wären *g*

Ich habe heute auch schon den Rat meiner Ärztin befolgt und bin Gassi gegangen. Das habe ich in Boltenhagen auch schon gemacht, geht auch ohne Hund, aber es hat sich herausgestellt, dass der Weg mehr oder weniger zufällig irgendwo vorbei führen sollte, wo es Kaffee und/ oder Kuchen gibt. Das hat hier nicht so ganz geklappt und so habe ich mir Toffifees und Blumen gekauft und bin nach Hause gegangen.
Morgen in aller Frühe habe ich keinen richtigen Termin, weil eigentlich schon alles voll ist, aber mit Wartezeit soll ich mich mal ins Wartezimmer setzen. Na gut, mach ich doch. Und wenn ich drankomme, ist mein Pulli fertig… (oder so). Schaun mer mal. Ich habe ja Zeit und werde wohl noch länger Zeit haben. Eigentlich war ja geplant, dass in der AHB die Wiedereingliederung geplant wird (so der Schrieb der Krankenkasse, den ich bekommen habe). Im Laufe der AHB habe ich nebenbei von der Sozialtante erfahren, dass das so nicht passieren wird, sondern dass ich das später mit meinem Arzt aushandeln muss. OK, da kann ich mit leben.
Dass ich die richtig anstrengenden Veranstaltungen nicht angeboten oder wieder weggenommnen bekommen habe und von Therapeuten auf die Frage nach Veränderung gesagt bekomme, dass ich das noch nicht schaffe, ist schon frustrierend. Richtig frustrierend ist aber, erst beim Abschlussgespräch mit dem Arzt richtig zu begreifen, dass es noch länger dauern wird bis zur Normalität. Na gut, fangen wir erst mal klein an. so langsam habe ich mich dran gewöhnt. Ist ja nicht so, dass ich nicht lebensfähig bin *g*

Ich habe ein ganz tolles Mitbringsel: Wolle! Wer hätte das gedacht? ;) Ganz weiche Babyalpakawolle, in bunt! Die muss ich mir eben nochmal ganz genau anschmusen…

Beitrag 399

Samstag, März 22nd, 2008

Eigentlich wollte ich ja erzählen, dass ich gestern mehr als 45 Minuten auf Richi gewartet habe. Die Bahn machts möglich. Der ICE von Hamburg nach Bremen hatte Verspätung. Und zwar soviel, dass Richi nicht nur den Anschluss-ICE verpasst hat, sondern auch den nachfolgenden Regionalexpress. Aber 20 Minuten später fährt dann ja auch noch ne Regionalbahn. Die braucht dann auch 20 Minten länger als so ein richtiger Zug. Fakt bleibt, ich habe da auf dem Bahnhof ewig rumgefröstelt, bevor ich sie mit 48minütiger Verspätung in den Arm nehmen konnte. Und erschwerend kommt jetzt noch hinzu, dass ich gerade keinen alten Schlager finden konnte, der dieses Dilemma ausreichend vermittelt. Dafür gibts einfach diesen: Knocking on Heavens Door

Heimaturlaub

Freitag, März 21st, 2008

huhu *wink*

Ach ist das schön, mal wieder zu Hause zu sein!
Ach ist das schön, mal wieder zu knutschen und so!
Ach ist das schön, mal wieder bekuschelt zu werden!
*freu*

Nicht, dass es so schlecht gewesen wäre in Boltenhagen, aber irgendwie hab ich zu Haus vermisst. Das Einzige, was da netter war als hier: das Badezimmer. Größer als unseres und mit einem großen Heizkörper, über den man so allerhand zum trocknen hängen kann. So langsam habe ich mich da auch richtig eingelebt und alles läuft so, wie ich gut mit leben kann. Auch wenn ich immer sehr früh aufstehen muss. Aber ich werde noch mal ausführlich über alles berichten. Erstmal wollte ich nur danke für all die guten Wünsche sagen und ein Lebenszeichen geben :)

Überlegung und Realität

Mittwoch, März 12th, 2008

Ja, die beiden stimmen ausnahmsweise mal überein. Richi bekommt die Woche Verlängerung, und kommt dafür über Ostern ein paar Tage heim :-) Zugfahrt ist schon gebucht, dem ganzen steht also nichts mehr im Wege. Ausserdem bekommt sie jetzt statt Fitnesstraining Krankengymnastik für ihren Arm.

Google: wie lange lebe ich noch ohne anmeldung

Dienstag, März 11th, 2008

Ist ne Suchanfrage, über den gestern jemand auf diesem Blog gelandet ist. Ich bezweifel mal, dass ihm/ihr hier geholfen wurde. Aber ist schon witzig was die Leute so suchen, wenn sie hier landen.

Aber eigentlich wollte ich was ganz anderes bloggen: Und zwar wird Richi heute (ist grad kurz nach Mitternacht) mal anklopfen wegen Verlängerung für eine Woche. Was in meinen Augen auch Sinn macht. Denn eigentliches Ende wäre der Tag nach Ostern. Unsere Vermutung geht dahin, dass da über Ostern eh nicht soviel bis nix läuft, was Therapie angeht. Also könnte Richi in der Zeit genausogut eben nach Hause fahren. Aber dann für einen Tag wieder hinfahren wäre auch blöd. Von daher die Überlegung, sie kommt Ostern nach Hause, damit wir zwischenkuscheln können und hängt anschliessend noch ne Woche dran.

Ich hätte sie ja auch gerne besucht, aber das sitzt momentan zeitmäßig leider nicht drin. Aber solange sie da gemeinsam mit anderen Patienntinnen beim Gassigehen ein Stück Kuchen inhalieren kann, dürfte es ihr nicht so schlecht gehen.

gut angekommen

Dienstag, März 4th, 2008

Richi ist gut in Boltenhagen angekommen, dass Essen schmeckt bisher und ansonsten gibt es da bisher noch nicht wirklich was zu meckern. Nur technisch gibt es ein paar Probleme. Ich muss morgen wohl mal in die City und ihr ein paar Sachen kaufen und zuschicken, damit sie am Zeitgeschehen teilnehmen kann. Bis dahin muss ich erstmal Infos aus zweiter Hand liefern. Na gut, eine Info aus erster Hand: Die Tage hatte ich den Eindruck, dass Richi von den Proportionen her ein wenig zugelegt hat. Etwas ausgeprägtere Hüfte und so. Und das hat sich in Boltenhagen auf der Waage bestätigt: 52kg. Ihr absolutes Spitzengewicht und das kann sie gut vertragen.